Stottertherapie: Es geht nicht um Lust

porträt weiss
Und dazu stellt sich mir doch gleich die Frage:
Warum wollen wir, was wir wollen? Warum wollen wir, dass der Traum vom fliessenden Sprechen wahr wird?
Mit dem  D a r u m   klären sich unsere Räume und sehr oft auch unser Verhalten.

Warum ist der Traum vom fliessenden Sprechen wichtig für dich? Was verändert sich, wenn er sich erfüllt? Was steht auf dem Spiel, wenn er sich nicht erfüllt? Musst du etwas opfern? Und ist es das wert?

Manchmal braucht es etwas Geduld und die Bereitschaft zu graben, bis wir zu unseren wahrhaftigen Wünschen vordringen. Lass mich dir das erklären.

Bleiben wir bei unserem Beispiel, dem Wunsch fliessend sprechen zu können. Graben wir tiefer…… Vielleicht entdeckst du dann, dass hinter diesem Wunsch ein tieferer unbewusster Wunsch steckt, dass du eigentlich aus deiner Isolation raus kommen möchtest –Gemeinschaft vermisst. Oder dass es darum geht, dein Wissen ausdrücken zu können, zu zeigen, wer du bist und was du zu geben hast – also ums dich Verschenken. Oder es zeigt sich, dass hinter dem Wunsch nach freiem Sprechen, der Wunsch nach Verbundensein steckt, oder der Wunsch nach einer besser bezahlten Stelle, nach einem Job, bei dem du deine Talente einbringen kannst – folglich nach freiem Ausdruck deiner selbst, nach dem Ausleben deiner Bestimmung, grossartig zu sein.

 

Kläre deine Wünsche, reinige dein System – auch wenn es etwas anstrengend ist – reinige es von allen Vorstellungen der anderen.

Eltern, Freunde, Gesellschaft, Karriere müssen aus deinem System heraus. Freiheit! Dein Herzenswunsch! Schäle deine Träume, damit der Kern zum Vorschein kommt.

 

Gratuliere! Du hast dir gerade die Stimme deiner Seele zurückerobert.

Sie wird dich durchhalten lassen, wenn es eng wird oder der Weg voller Hindernisse ist.

 

 

Auch Kinder wollen wachsen, jede Wette!

Liebe Eltern, wenn eure Kinder euch erzählen, sie hätten keine Lust aufs tägliche Üben, auf weitere Therapiesitzungen, dann seid ihr gefordert. Wir rufen euch auf, mit ihnen ein neues Gespräch zu eröffnen, andere Fragen zu stellen, neue Verhalten einzuüben.

Ein Dialog könnte sich dann beispielsweise so anhören:

 

Kind: Mama, ich habe keine Lust mehr auf Therapiesitzungen, ich spreche doch schon viel besser. Zudem muss ich immer meinen freien Nachmittag opfern und würde doch so viel lieber Fussball spielen.

Mutter (es kann auch gerne der Vater sein): nimmt ein paar tiefe Atemzüge, ausatmen, einatmen, ausatmen…………….spürt die eigene Reaktion (Frust, Druck, Bedenken, Sorgen um die Zukunft des Kindes; Mitleid, der Arme hat doch schon soooooooo viel Druck in der Schule,) verlässt bewusst den Kreislauf  von motivieren, schimpfen, drohen, überreden, locken usw.) und antwortet ruhig:

„Ja, mein Sohn, ich verstehe gut, dass Fussballspielen (Playstation, Fernsehen usw. – fühl dich frei einzusetzen, was immer dein Kind vorbringt) dir Spass macht und du erst mal wenig Lust hast auf den Weg, auf Sitzungen. Kurzfristig ist Fussballspielen sicher lustvoller. Doch überlege mal, was lässt dich längerfristig mehr wachsen, Fussballspielen oder fliessendes Sprechen, Skaten oder deinen Lebensweg nach deinen Vorstellungen gestalten?“

Und wenn dein Sohn nicht gerade Profisportler werden will und das Talent dazu besitzt, kommt ihr eventuell gemeinsam zum Schluss, dass Sprachfluss fürs Leben des Kindes den grösseren Gewinn darstellt.

Und dann frag nach, wie es sich denn anfühlen würde, wenn sein langfristiger Wunsch nach freiem Ausdruck sich erfüllen würde.

 

(Ziele, die mit einem positiven Gefühl gekoppelt sind, erreichen wir leichter.)  Sucht nun gemeinsam nach Möglichkeiten, wie das Kind dieses Gefühl in sich schon jetzt  beleben und für seinen Weg nutzen kann.

Füge nun noch eine Geschichte aus deinem persönlichen Erfahrungsschatz an, eine Situation in der du dich fürs Wachsen entschieden hast obwohl du dich erst einmal überwinden musstest und vorab  keine Lust hattest, über deine Grenzen hinaus zu gehen. Und lass  dein Kind auch daran teilhaben, wie Wachsen sich für dich angefühlt hat.

 

Ich persönlich habe jede Menge solcher Situationen im Kopf. Und es beginnt bei mir oft schon bei den morgendlichen Atemübungen. Ehrlich, da hab ich erst mal gar keine Lust. Und ich lasse die Frage nach meiner Lust auch ganz bewusst beiseite. Ich atme, ich dehne während des Atmens mein Energiefeld aus, lasse ganz entspannt die Herausforderungen des Tages in mir auftauchen und erlebe beim unbeirrt Weiteratmen, dass ich allem begegnen kann, erlebe wie allfällige Angst oder bevorstehender Stress durch den Atem bereits teilweise gebunden wird. Ich hole mir jeden Morgen im Innen die Ruhe, dem Chaos im Aussen zu begegnen.

 

Regelmässige Atemübungen, Meditation hat mein Leben verändert. Einige Minuten atmen am Morgen, bringen mich nach Innen, bringen mich in Kontakt mit mir. So, von innen heraus, trete ich  in Kontakt mit der Welt, gestalte ich mein Leben – wachse ich.

 

Und seit ich das kapiert habe, frage ich nicht mehr danach, ob mir etwas Lust macht.

Meine Frage ist stetsLässt es mich wachsen?

Ich wünsche dir und deinem Kind fröhliches, lustvolles Wachsen.

Kyra

Atemzug um Atemzug gehe ich meinen Weg. Ich atme ein, dehne mich aus. Ich atme aus, lasse alles los. Der Atem bewegt mich sanft von  Innen heraus. Der Bauch wird weich und  es entsteht Raum für Bewusstheit und Verbunden sein mit mir selbst  – die beste Voraussetzung für freies Sprechen, die beste Voraussetzung für neue, kreative Lösungen.

 

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