Stottertherapie: Vom Umgang mit Stress

 

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Stresssituationen unterbrechen meinen Tagesfluss, meinen Rhythmus, meinen Atem. Stottern ist Dauerstresss.

Oft genügt schon die Vorstellung, dass heute etwas Herausforderndes passieren könnte. Schon steigt der Blutdruck, der Puls. Schon ziehen sich Muskeln zusammen, kräuseln sich die Nackenhaare, verhärten sich die Schultern, um auf den kommenden“ Angriff“ wenigstens ein bisschen vorbereitet zu sein. Schon stockt der Atem.  Doch es hilft nicht. Der Lehrer möchte ausgerechnet jetzt von mir eine Antwort hören, jemand spricht mich unvorbereitet auf der Strasse an oder fragt mich nach meinem Namen, bei dem ich sowieso immer stocke……………….. autsch!

Und jedes Mal  fliege ich prompt aus meinem Tagesfluss raus.

Päng! Und je öfter ich am Tag aus diesem Fluss, meinem Rhythmus falle, desto grösser wird mein Stress.

Stottern ist Stress pur! Und Stresssituationen sind Ausnahmesituationen für unseren Körper. Sie setzen ihn unter Strom, überschwemmen ihn mit Gefühlen. Das Stottermonster ist uns auf den Fersen und der Kopf hat nur noch einen Gedanken, weg hier, überleben, überleben, überleben……….. keine Zeit für Gefühle. Zu viel Angst! Sch……. ! Der Körper friert die Gefühle ein. Der Atem wird oberflächlich, flach, zurückgehalten. Und das alles passiert innerhalb weniger Augenblicke. Ein sich stets wiederholender Vorgang, eine Endlosschlaufe…………………..

 

Jeder der Stottert kennt das. Weshalb also erzähle ich das hier? Ich erzähle das, weil es eine Möglichkeit gibt, diesen Teufelskreis zu durchbrechen. Und wie tun wir das?

Wir tun das, indem wir genau das nutzen, was der Körper auch macht, wir verändern den Atemrhythmus – nur diesmal ganz bewusst.

 

Wir bringen den Körper durch einen Atem, der nicht dem Atemmuster im Alltag entspricht, in einen anderen Zustand. Hier den Alphazustand (einen Zustand wie wir ihn während des Meditierens oder kurz vor dem Einschlafen erreichen). Und das während drei Minuten!

 

  1. Schritt:

Stell dir einen Wecker, setze dich ruhig hin und atme drei Minuten lang, je 4 Sekunden ein – 21,22,23,24, dann 4 Sekunden aus – 21,22,23,24…………………… lass dich durch nichts aus diesem Atemrhythmus rausbringen. Du wirst bald spüren, dass es ruhiger wird in dir, dein Hirn sich in den sogenannten Alphazustand begibt, dein Körper sich entspannt.

 

Es wird weicher und weiter in dir.

 

 2. Schritt

Wenn du diesen Atemmodus einige Male probiert hast, gehst du zum nächsten Schritt.

Lass nun während du atmest vor deinem inneren Auge Stresssituationen, die du kennst, ganz von selbst auftauchen und ablaufen (weiteratmen nicht vergessen – 4 Sekunden ein, 4 Sekunden aus…..). Schau dir zu oder spüre, wie sich die Situationen verändern, während du sie durchlebst. Löst sich die Spannung? Verliert die Situation ihren Schrecken, ihre Herausforderung?

 

Wie immer es sich für dich anfühlt.

Ein Teil der Angst wird im Atem gebunden und die Stresssituationen und Schreckmomente verlieren ihr Gift.

 

Je öfter du diese Übung machst, desto mehr alte Schock-, Angst-, Schreckmomente werden integriert und verlieren ihren Stachel, ihre Macht.

 

Die besten Erfahrungen haben Klienten und ich gemacht, wenn wir diese Übung regelmässig am Morgen machen und dabei die möglichen Herausforderungen des kommenden Tages visualisieren und gedanklich durchleben – atmend im entspannten Zustand. 4 Sekunden ein, 4 Sekunden aus…………

Dein Körper und dein Geist lernen dabei, dass du die Herausforderung bereits einmal gemeistert hast, dass du überlebt hast.

 

Sollte die Situation im Laufe des Tages tatsächlich auf dich zukommen, wird dein Atem, dein System weniger verrückt spielen und du fällst viel weniger aus dem Tagesfluss. Das wiederum begünstigt den freien Sprachfluss!

 

Ausprobieren! Es lohn sich! Auch wenn es etwas Disziplin braucht.
 

Rock it, baby! ich bin gespannt, welche Erfahrungen du mit dieser Technik gemacht hast. Wenn dir die Übung gefällt, sag es weiter. Abonniere unseren Newsletter und du bekommst mehr Uebungen und Infos.  hier Newsletter abonnieren

 

Von Herzen: Kyra

 

 

 

 

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