Super Theo – Leistungsdruck und übermotivierte Eltern

porträt weissEs beginnt schon während der Schwangerschaft und natürlich übertreibe ich hier ein wenig. Aber kennst du das auch? Du oder jemand in deinem Umfeld ist schwanger und schon beginnt der Stress:  Es wird auf die Ernährung geachtet, es wird gesalbt, geturnt, eingerichtet und nur der beste Yogakurs, das heimeligste Storchennest als Geburtsplatz ist gut genug………….. Schliesslich soll das Kind einen perfekten Start ins Leben haben. Es soll ja mal etwas aus ihm werden! Was liebevoll und gut gemeint ist, kippt leicht in Leistungsdruck. Es  gibt so viele Möglichkeiten, wie man als Eltern sein Kind fördern könnte, müsste, sollte, wollte… Nur das sein lassen, das sein lassen und liebevoll  Raum lassen, fällt den Eltern oft am schwersten. Die Schule, die Gesellschaft, der Ernst des Lebens….

 

 

 

„Du bist Liebe“

Kinder wünschen sich erstmal Wärme, Kuschelwärme, Streichelwärme, Gehaltensein; Geborgenheit und das Gefühl von du bist ok, du bist wundervoll, ein Geschenk des Himmels.Du bist Liebe! – auch wenn ich in der Nacht schreie, Bauchkrämpfe habe, zahne, tobe. Jedes Kind wünscht sich, gesehen zu werden und genau so sein zu dürfen, wie es ist.  Es fühlt sich gestärkt und bestätigt durch das Vertrauen, das sagt:  du bist mit allem ausgerüstet, um deinem Schicksal zu begegnen und wir vertrauen dir und allem was du an Anlagen auf die Erde mitgebracht hast.

Hand aufs Herz hast du dein  Kind jemals gefragt: welche Geschenke hast du aus deinen Himmeln auf die Erde mitgebracht? Oder hat dir selbst  je jemand diese Frage gestellt? Spür nach.

 

 

Welche Geschenke hast du aus deinen Himmel mit auf die Erde gebracht?


 

Verunsichert dich diese Frage?

 

Oder lässt sie dich ein Stückchen wachsen, weil du spürst, dass du gesehen wirst, gemeint bist? Dass sich tatsächlich jemand dafür interessiert, mit welcher Aufgabe deine Seele sich auf dieser Erde niedergelassen hat?

 

 

 

 

Der Körper ist die sichtbare Seele und die Seele ist der unsichtbare Körper

 

In meiner Vorstellung kommt jedes Kind als wunderbares Geschenk mit vielen bunten Geschenkpapieren und Schleifchen auf die Welt und natürlich auch mit einer Botschaft. Sein Auftrag, seine Stimme ist wichtig und nur dieses Kind kann genau diese Qualität hier auf der Erde leben und verkörpern. Doch nach und nach verkümmern etliche dieser mitgebrachten Eigenschaften: du hast vielleicht das falsche Geschlecht, bist zu laut, zu wenig gut, zu schwach, zu störrisch, zu ängstlich……….

(fühl dich frei hier all das einzusetzen, was an dir nicht gepasst hat……………. Sprich lauter, mach den Mund auf beim Sprechen, sei artig……….) Du vergisst im Laufe der Jahre wer du bist, du wirst angepasst statt kreativ und die Schulnoten geben schon in jungen Jahren Hinweise darauf, was du einmal verdienen wirst……..

 

Doch ganz tief in uns allen drin, klagt immer noch das kleine Kind, das gesehen, gehört werden will, das wachsen und gedeihen will und einfach das sein und werden will, was in ihm angelegt ist.

Wann hast du zum letzten Mal gestaunt über dein Kind? Auch über deinen vielleicht heute 15-jährigen Sohn mit Pickeln im Gesicht und seiner  unerträglich lauten Musik, die durch alle Wände dringt. Erinnere Dich, wie du oder ihr gemeinsam als Eltern an seinem Bettchen standet und wie du gestaunt hast über das Wunder, das da vor dir so friedlich schlief.  Beginne jetzt wieder mit Staunen und lass dir Zeit bevor du weiterliest. Halt inne, spür nach: Der Körper ist die sichtbare Seele und die Seele ist der unsichtbare Körper.

 

Kannst du die Magie dieses heiligen Moments erhaschen, dich ganz in ihn fallen lassen und doch präsent sein mit allem, was du bist?

In Momenten wie diesem, webt sich die Textur der bedingungslosen Liebe. Hier entsteht in der Stille Raum für dich, für mich, dein Kind. Hier wächst, pulsiert dein Herz. Im Staunen, nicht im Wissen, und schon gar nicht im Besserwissen wohnt die Liebe. Nur mit den Augen der Seele sehen wir weise.

 

 

Am Gras zupfen nutzt nichts!

 

Wie kann ich mein Kind unterstützen? Diese Frage wird uns oft gestellt und wenn es nicht um eine ganz spezifische Situation im Leben des Kindes geht, antworte ich dann meist erst mal: „Indem du anfängst, dich selbst wieder als Geschenk des Himmels zu sehen und zu fühlen. Und indem du die Schleifchen bei dir löst, achtsam Geschenkpapier um Geschenkpapier ablöst, in das du eingehüllt bist.  Zeig deinem Kind, wie man sich selber auspackt, wie man sich selber lebt. Und nur in Ausnahmesituationen hilf ihm dabei seine Geschenkpapiere zu entfernen. Nur hin und wieder zupfe an einem seiner Schleifchen, damit das Kind es dann selber aufziehen kann.

 

Du, genau wie Dein Kind, ihr habt so viel Potenzial. 

 

Ich sehe Dich! Und ich unterstütze auch dich auf deinem Weg.

 

Jede Stimme will gehört werden, jede Botschaft zählt.

 

Staune, wenn dein Kind trotzt und tobt. Staune wie viel Kraft doch in ihm steckt, die nach einem kreativen Kanal sucht. Sag es laut: WOW! So viel Kraft steckt in dir. Danke, dass du sie mir zeigst. Und wollen wir mal gemeinsam rausfinden, wie du sie auch noch nutzen könntest?

Erzähle ihm nicht, dass du es „trotzdem“ liebst, erzähle deinem Kind, wer, und wie einzigartig wichtig es in deinem Leben ist.

 

 

Mein Credo – Wie bring ich mich ein?

 

Kinder zerbrechen am Leistungsdruck. Stotternde machen dies hörbar.

 

Mehr Kreativität und Liebe statt Leistung. Denn wir alle wollen doch unseren Kindern dabei helfen, mit den Herausforderungen des Lebens umgehen zu können, mit dem Leben zu fliessen. Wie wir uns formulieren und ausdrücken ist der Schlüssel.  Liebe, Kreativität, Gestaltungsfreiheit und Selbstorganisation bilden den fruchtbaren Boden auf dem alles gedeiht.

Lasst die Kinder entscheiden, ist Kokolores, sagt der Philosoph Richard David Precht.

Wenn Kinder in bedingungsloser Liebe angeleitet und geführt werden, sind sie später in der Lage, selbstbewusst die Frage zu stellen:„Wie bringe ich mich ein?“ Und sie finden mit ihrem Leben darauf eine leuchtende Antwort.

 

Amma, die grosse spirituelle Führerin aus Indien, die rund um die Welt reist und Menschen empfängt, schliesst jeden einzelnen Menschen für Augenblicke oder Minuten  in ihre weichen, liebenden Arme. Sie tut kaum was anderes. Und sie tut doch so viel. Sie umarmt den ganzen Menschen, auch jenen Anteile, die wir selbst an uns nicht annehmen, noch nicht lieben können.

 

Geliebte Menschen in ihre Grösse zu lieben ist eines der grössten Geschenke, das wir jenen machen können, denen wir dienen. Liebe zu schenken, sagt Eleanor Roosvelt, ist eine Form der Erziehung.

 

Ich umarme dich: Kyra

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Newsletter